Der Name ändert sich. Unsere Arbeit bleibt.

Unser Verein hat sich umbenannt. In Zukunft werden wir den Namen Queerschnitt Nordhessen e.V. tragen. Als Untertitel nutzen wir zukünftig: Beratungsstelle für geschlechtliche & sexuelle Vielfalt und Selbstbestimmung. Die Namensänderung wurde auf der letzten Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen und in den letzten Jahren intensiv vorbereitet und besprochen.

Warum wir unseren Namen ändern

Unsere Arbeit geht heute weit über die Ursprünge von Aidshilfe hinaus. Wir setzen uns für Menschen ein, die auf unterschiedliche Weise von Diskriminierung betroffen sind. Durch unsere Projekte, die in den letzten Jahren gewachsen sind, haben wir einen besonderen Fokus auf queere Personen. Und wir stehen mit unserer Arbeit für die Themen Geschlecht, Sexualität, Selbstbestimmung und Vielfalt.

Insbesondere das Angebot der Qualifizierten Assistenz sowie die queeren Projekte T*räumchen, LSBT*IQ-Netzwerkstelle und SCHLAU Hessen sind heute – neben der Aidshilfe-Arbeit – große Arbeitsbereiche unter dem Dach des Vereins. Hinzu kommen kleinere Projekte wie etwa der Rainbow Refugee Support. Unser Team leistet in diesen Bereichen wertvolle Arbeit. Mit der Namensänderung stellen wir unsere Struktur in Zukunft noch besser nach außen dar.

Wir erleben zudem zunehmend, dass der Begriff AIDS nicht gut verstanden wird. Es gibt falsche Vorstellungen darüber, wie das Leben mit HIV heute aussieht. Und Menschen, die in unseren Projekten einen Platz haben, fühlen sich durch das Wort im ersten Moment gar nicht angesprochen – und nach vielen Rückmeldungen trifft das oft auch auf Menschen zu, die schon lange mit HIV leben.  

Mit dem neuen Namen treten wir moderner auf und sprechen unsere Zielgruppen direkter an. Und wir können so gegenüber Fördermittelgeber*innen gezielter auftreten. Aber wir bewahren auch das, was wir schon immer waren: Ein Ort für Beratung, Solidarität und Unterstützung. Gesellschaftliche Herausforderungen machen zudem nicht an Stadt- oder Landkreisgrenzen halt. Deshalb zeigt der neue Name Queerschnitt Nordhessen, dass wir auch außerhalb des urbanen Raums Versorgungslücken reduzieren und den Zugang zu qualifizierter Beratung, Prävention und Antidiskriminierungsarbeit verbessern.

Geht die AIDS-Hilfe Kassel damit verloren?

Nein. Das Projekt Aidshilfe Kassel bleibt sichtbar und lebendig. Wir wissen, dass viele Menschen bei uns in schwierigen Zeiten Halt, Unterstützung und Gemeinschaft erfahren haben. Diese Wurzeln bleiben: Beratung, Prävention sowie die Begleitung von Menschen mit HIV gehören auch in Zukunft fest zu uns. Das ist ein Versprechen.

Aidshilfe bleibt als wichtiges Projekt im Verein bestehen. Wir unterstützen weiterhin Menschen mit HIV und setzen uns für Prävention und Aufklärung ein. Wir passen aber die Schreibweise an moderne Standards an: Zukünftig schreiben wir uns „Aidshilfe Kassel“, nicht mehr „AIDS-Hilfe“.

Wie läuft die Namensänderung ab?

Rechtlich ist unser Verein mittlerweile umbenannt. Nach der letzten Mitgliederversammlung wurde der Name auch im Vereinsregister umgetragen. Deswegen taucht der neue Name auch bereits an einigen Stellen auf.

Die größere öffentliche Namensänderung wird bis zum Spätsommer vollendet. Dann treten wir mit neuem Logo und neuer Webseite auf. 

Anfang des Jahres 2027 möchten wir die Namensänderung dann auch noch einmal gebührend feiern. Dies werden wir mit dem 40-Jährigen Jubiläum des Vereins verbinden. Für uns ein schöner Ausdruck davon, dass es neben den Veränderungen im Verein auch viel Kontinuität seit den Anfängen der AIDS-Hilfe Kassel gibt. Weitere Infos geben wir rechtzeitig bekannt.

Was bedeutet queer? Wen sprecht ihr damit an?

„Queer“ ist ein Wort, das Menschen beschreibt, die nicht in die normativen Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität passen. Also Personen, die nicht so leben oder lieben, wie es die meisten erwarten. Dazu gehören zum Beispiel bisexuelle, lesbische, schwule, trans*, inter*, nicht-binäre, asexuelle oder aromantische Menschen. Aber auch viele Menschen, die sich gar nicht direkt in den Kategorien verorten möchten.

Ursprünglich war das Wort im Englischen eine abwertende Bezeichnung („seltsam“). Seit den 1980er-Jahren haben queere Menschen sich den Begriff zurückerkämpft, zunächst besonders HIV-Aktivist*innen und queere Schwarze Menschen.

Queer ist darum mehr als eine Sammelbezeichnung. Das Wort steht auch für eine Haltung: Die Vielfalt von Lebensweisen sichtbar machen, Normen hinterfragen und solidarisch mit allen sein, die Diskriminierung erfahren.

Darum passt der Name Queerschnitt so gut. Er verbindet unsere Wurzeln in der Aidshilfe mit unserem heutigen Engagement für Vielfalt und Teilhabe. Und er zeigt: Nicht dazuzugehören kennen viele – Menschen mit Behinderung, Drogengebrauchende, Geflüchtete oder andere, die aus unterschiedlichen Gründen ausgegrenzt werden. Queer heißt für uns auch, diese Erfahrungen zu teilen und gemeinsam gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit stark zu sein.

Menschen müssen also nicht selbst queer sein, um bei uns Unterstützung und Anschluss zu finden. Aber als Organisation vertreten wir eine Haltung und Werte, die stark von der queeren Community geprägt sind.

Einladung zum hessischen Positiventreffen