Veranstaltungsreihe: „Zwischen Straight Acting & Tuntentum“ – Die Vielfältigkeit Schwuler* Identität(en) und Männlichkeit(en)

Liebe Leser*innen,

Hinter dem Titel der Veranstaltungsreihe  steckt  der Wunsch gemeinsam herauszufinden, wie vielfältig schwules* Leben sein kann und sein darf.

Die Bezeichnung „Straight acting“ (sinngemäße Übersetzung: „Heteroverhalten“) bezeichnet eine Auftretensweise von homosexuellen Männern, die in schwulen Kreisen mit heterosexuellem Rollenverhalten assoziiert wird. Die Bezeichnung löst unter schwulen* Männern Kontroversen aus, die eng mit der jeweiligen Akzeptanz bestimmter queerfeministischer Theorien verbunden sind.

Unabhängig von der Akzeptanz der Bezeichnung trägt das Verhalten selbst dazu bei, dem Klischee entgegenzuwirken, dass schwule Männer „weiblich“ seien, stärkt aber gleichzeitig Klischees darüber, welches Verhalten „männlich“ bzw. „weiblich“ sei. Die daraus resultierenden Folgen sind, dass vermeintlich „feminin“ wirkende Männer in schwulen* Räumen, wie Dating-Apps, mit der Aussage konfrontiert sind, sie seien nicht männlich genug. Schwulen* Trans*Männern wird die Daseinsberechtigung in diesen Räumen gänzlich abgesprochen. Die binäre Geschlechterordnung samt einschränkender Klischees und Stereotypen werden weiter reproduziert.

Das krasse Gegenteil zum „straight acting man“ ist die Drag-Queen/(Polit-)Tunte. Schwule* Männer*, die in glitzernden Kleidern und hochhackigen Schuhen eine überspitzte und showhafte „Weiblichkeit“ feiern und durch affektiertes Verhalten auffallen. Sie stellen Geschlechterrollen auf den Kopf, mischen sich politisch ein und stellen ebenfalls die Identitätsfrage.

Wir wollen uns diese beiden Pole genauer anschauen und vor allem auch erfassen, was eigentlich dazwischen liegt. Diese teils komplexen Themen und Konflikte innerhalb der schwulen* Community, sollen anhand der sechs Workshops lebensnah thematisiert und diskutiert werden. Was haben sie für eine Bedeutung auf der gesellschaftlichen Ebene und welche Rückschlüsse sind relevant für das eigene Leben und den persönlichen Alltag? Wie geling ein selbstbestimmtes, emanzipatorisches Leben als schwuler Mann* und wie kann man Mistreiter*innen der LSBTIQ*- Community wertschätzend begegnen und empowern?

Block I beschäftigt sich mit der Frage nach der eigenen geschlechtlichen und sexuellen Identität, und wie wir diese bestmöglich leben können. Block II fragt, wie vielfältig und frei die Community sein möchte, ein Blick zurück in die Vergangenheit ermöglicht ein Bewusstsein darüber, auf wessen Schultern wir eigentlich stehen und wie wir uns für eine bessere Gesellschaft einsetzen können.
Block III versucht das in den vorherigen Blöcken gesammelte Wissen auf zwei Themen anzuwenden, die sich im gesellschaftlichen Abseits befinden. Warum wird das Ausleben eines Fetisch oder die Arbeit als Sexarbeiter*in noch immer so tabuisiert und in die Schmuddelecke verband?

Im Anschluss an die Workshops soll es ausreichend Gelegenheit geben, sich in gemütlicher Atmosphäre miteinander auszutauschen-Die Veranstaltungsreihe ist offen für jede interessierte Person, besonders für die gesamte LSBTIQ*-Community.
Die Reihe startet am Mittwoch, den 29. Mai um 19:00Uhr. Alle weiteren Veranstaltungen finden immer am letzten Donnerstag des Monats, um 18:00Uhr statt.

Nähere Details zu den einzelnen Workshop kannst du dem beigefügten Flyer entnehmen.

Wir freuen uns auf euch <3