JVA

Seit 1995 arbeiten Mitarbeiter_innen der AIDS-Hilfe Kassel in der Justizvollzugsanstalt Kassel. Die besondere Situation inhaftierter Menschen bringt es mit sich, dass eine HIV-Infektion bzw. Aids-Erkrankung für Gefangene eine über das normale Maß hinausgehende Belastung darstellt. Hilfen, die Betroffenen draußen selbstverständlich zur Verfügung stehen, sind in Haft nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar.

Der AIDS-Hilfe Kassel stehen seit Januar 2005 nur noch sehr begrenzte Mittel zur Verwirklichung der Aufgaben in der JVA-Arbeit zur Verfügung, da die bisherige Finanzierung über das Justizministerium eingestellt wurde. Wir bieten trotzdem weiterhin Beratung und Betreuung für HIV-positive und an Aids erkrankte Gefangene in Haft an.
CRW_4095Alle zwei Wochen findet eine Sprechstunde in der JVA I statt, für die die Gefangenen sich entweder über den Sozialdienst oder direkt bei der AIDS-Hilfe Kassel melden können. Die Gefangenen erhalten psychosoziale Begleitung in Form von Informationen, Gesprächsangeboten und Unterstützung bei medizinischen Fragen, im Umgang mit Ämtern und Kontakten innerhalb der JVA. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die Entlassungsvorbereitung.Das Angebot, sich zur Sprechstunde zu melden, steht grundsätzlich allen Gefangenen offen, die Fragen zum Thema HIV und Aids haben.

Nähere Informationen erhalten Sie bei unserer Geschäftsstelle oder direkt bei Nicola Odendahl.

 

knast-bärEin Gefangener berichtet:

„Ich bin Rolf, bin seit fast 27 jahren in Haft und werde seit Bekanntwerden meiner Infektion 1992 von der AIDS-Hilfe Kassel betreut. Ihr seid die einzigen, die für mich den Kontakt zur Außenwelt darstellen. Ohne Fernsehen und ohne Euch wäre ich total abgeschottet. Ohne Euch würde sich keiner für mich interessieren. Wer keine Verwandtschaft draußen hat, hat verloren.“