JES Kassel e.V. enthüllt den Gedenkstein

JES Kassel e.V. enthüllt den Gedenkstein für verstorbene Drogenkonsument_innen

um 14:00 Uhr, am Sonntag, 22.April 2018,

am Holländischen Platz vor der Uni.

Die Veranstaltung findet am Rand des „Tag der Erde“ statt und will darauf aufmerksam machen, dass trotz aller Verbesserungen der Lebensbedingungen für opiatabhängige Menschen immer wieder viele sogenannte „Drogentote“ zu beklagen sind.

Wir, JES-Kassel e.V., möchten mit unserem Gedenkstein darauf hinweisen, dass die allermeisten „Drogentoten“ nicht hauptsächlich in Folge ihres Drogengebrauchs vorzeitig aus dem Leben geschieden sind, sondern ihr Tod vorwiegend den menschenfeindlichen Bedingungen des Drogenkonsums geschuldet ist. Bedingungen, die durch Verbote und Strafverfolgung geschaffen werden.

JES-Kassel e.V. fordert, die Drogenprohibition zu beenden und einen verantwortungsvollen und legalen Umgang mit den Herausforderungen psychoaktiver Substanzen zu erarbeiten. Leid und Elend für Drogenkonsument_innen, Angehörige und Freund_innen wollen wir nicht länger ertragen.

Drogenprohibition: GESCHEITERT, SCHÄDLICH und TEUER

Mehr Infos zur Drogenprohibiton:

Mit der Drogenprohibition gibt der Staat seine Kontrolle über Verfügbarkeit und Reinheit von Drogen auf.

Nicht die Wirkung der Drogen ist das primäre Problem, sondern die repressive Drogenpolitik schafft Probleme. Die überwiegende Zahl der Drogenkonsumenten lebt ein normales Leben. Selbst abhängige Konsument_innen bleiben oftmals sozial integriert. Menschen mit problematischem Drogenkonsum brauchen Hilfe. Die Strafverfolgung hat für sie und alle anderen nur negative Folgen.

Die Prohibition ist gescheitert

Prohibition soll den schädlichen Konsum bestimmter Drogen verhindern. Tatsächlich kann sie dieses Ziel nicht erreichen. Das zeigen alle wissenschaftlich relevanten Untersuchungen. Sogar die Evaluation des 10-Jahres-Programms der UNO zur Drogenbekämpfung kommt im Jahr 2008 zu diesem Schluss.
Wie beim Sex ist Abstinenz die sicherste Methode, um z.B. HIV Infektionen zu vermeiden, doch für die meisten ist das Zölibat keine erstrebenswerte Lebensweise. Prohibition schreckt zwar einige Menschen ab, verhindert aber Aufklärung und vergrößert gleichzeitig dramatisch die gesundheitlichen und sozialen Schäden für diejenigen, die nicht abstinent leben wollen. Selbst in totalitären Regimen und Strafanstalten kann Drogenkonsum nicht verhindert werden.

Die Prohibition ist schädlich für die Gesellschaft

  • Sie schränkt Bürger_innenrechte ein und korrumpiert den Rechtsstaat.
  • Sie fördert die organisierte Kriminalität und den Schwarzmarkt.
  • Sie hat desaströse Auswirkungen auf Anbau- und Transitländer.
  • Sie behindert eine angemessene medizinische Versorgung.

Die Prohibition ist teuer

  • Die Bürger_innen werden Opfer der Beschaffungskriminalität.
  • Jedes Jahr werden Milliardenbeträge für die Strafverfolgung aufgewendet.
  • Der Staat verzichtet auf Steuereinnahmen, die er bei einem legalen Angebot hätte.

Die Prohibition ist schädlich für die Konsument_innen

  • Konsument_innen werden diskriminiert und strafrechtlich verfolgt.
  • Es gibt keinen Verbraucher_innen- und Jugendschutz.
  • Riskante Konsumformen werden gefördert.
  • Die Konsument_innen werden gefährlichen Krankheiten ausgesetzt.
  • Junge Menschen werden dauerhaft stigmatisiert.
  • Normales jugendliches Experimentierverhalten wird kriminalisiert und das Erlernen von Drogenmündigkeit erschwert.

Der Staat darf die Bürger_innen durch die Drogenpolitik nicht schädigen. Es ist deshalb notwendig, Schaden und Nutzen der Drogenpolitik ideologiefrei wissenschaftlich zu überprüfen. Das kann nach unserer Auffassung nur dazu führen, die Drogenprohibition aufzugeben und legale Bezugswege zu schaffen.

(http://schildower-kreis.de/manifest/)